Wandern mit gesunden Snacks – Das ganze Jahr Urlaub

Warten. Warten auf die nächsten freien Wochen, die Buchungsbestätigung, die letzten Dinge, die noch vorher erledigt werden müssen. Warten auf das gute Wetter, das hoffentlich genau dann auch vorherrscht und auf die Entspannung die dann ebenso hoffentlich zeitgleich eintreffen möge. Und dann ist er endlich da – der sehnlichst erwartete Urlaub.

Und kaum begonnen ist er auch schon wieder vorbei. Sicher, die zwei Wochen waren schön und erholsam. Ebendas wird auch den zurückgebliebenen Kollegen, die derweil die Stellung halten mussten, in immer gleichklingenden Sätzen bestätigt.

Und dennoch: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – und das Warten beginnt von vorne.

Als richtig zufriedenstellend empfand ich das nicht. Es muss doch Mittel und Wege geben, die Erholung zumindest auf ein Mindestmaß zu strecken und den tristen Alltag nicht nur durch ein bis zwei Reisen im Kalenderjahr aufzulockern. Eine tolle Möglichkeit bietet für mich das Wandern. Denn spätestens mit dem Schnüren der Wanderschuhe beginnt für mich die Erholung. Komplexe und langfristige Probleme, die sonst meinen Kopf im Alltag beherrschen, weichen ganz zügig einfachen und beherrschbaren aber auch essentiellen Themen. Der Wandertag lässt sich ja streng genommen auf laufen, essen und schlafen reduzieren. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass alle diese Aktivitäten draußen in meist malerischer Natur stattfinden.

Recht zügig ist dem (angehenden) Wanderer klar, welche Eigenschaften die perfekte Outdoorkost mitbringen sollte. Wenig Gewicht bei hoher Energiedichte soll sie aufweisen und wenn es irgendwie geht ein wenig abwechslungsreich sein. Sehr schnell stand ich vor den einschlägigen Regalen mit Trockenfrüchten im Supermarkt. Eigentlich passen diese Produkte ja perfekt – wären da nicht etliche Zusatzstoffe (z.B. Schwefel) und irgendwie die fehlende Kontrolle über die verwendeten Rohstoffe.

Dermaßen naturverbunden unterwegs sein und dann Industrienahrung essen?

Das passte für mich nicht so wirklich gut zusammen. Eigentlich kann ja das Trocknen von Obst gar nicht so schwer sein, dachte ich mir. Die gute Antwort: Ist es auch nicht! Viele Früchte lassen sich ganz einfach auch daheim für eine mehrtägige Wanderschaft vorbereiten und das bei voller Kontrolle über die verwendeten Zutaten und Gewürze. Das gilt übrigens auch für viele Gemüsesorten!

Rezepte für Obst und Gemüse

Die Aprikosen sollten schön reif und nicht zu hart sein. Einmal mit dem Messer durchschneiden und den Kern entfernen. Anschließend mit dem Finger das Fruchtfleisch nach außen biegen. So vergrößert sich die zu trocknende Fläche etwas. Ich habe die Aprikosen ganz oben (geringe Hitze) im Obstdörrautomaten ca. 8 Stunden gedörrt.

Ich habe grüne Äpfel für einen frischen Geschmack und nicht zu mehlige Textur verwendet. Die Äpfel einfach schälen, entkernen und in ca. 4 mm dicke Scheiben schneiden. Anschließend auf mittlerer Stufe ca. 8 Stunden dörren. Wenn Ihr die Scheiben mit Zitronensaft betreufelt bleiben sie schön hell.

Den Kern der Pfirsiche (auch hier wieder möglichst reife Früchte verwenden) entfernen und in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden. Auf mittlerer Stufe ca. 7 Stunden dörren. Auch der Pfirsich kann mit Zitronensaft betreufelt werden, um Oxidation zu verhindern.

Bananen einfach schälen und in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden. Hier empfehle ich auf jeden Fall das Aufbringen von Zitronensaft, um das braun werden zu verhindern und den Snack auch geschmacklich aufzuwerten.

Cocktailtomaten halbieren und auf mittlerer Stufe ca. 10 Stunden dörren. Ein wenig Salz macht sie noch schmackhafter! Die gedörrten Tomaten sind auch im Salat zuhause ein Genuss!

Süßkartoffeln können mit oder ohne Schale zubereitet werden – ich schäle lieber. Im Anschluss in ca. 1 mm dicke Scheiben schneiden und ca. eine Stunde in eine Schüssel mit Wasser geben. So entfernst Du die überflüssige Stärke, die nach dem Dörren nur mehlig schmeckt. Danach die Süßkartoffelscheiben mit Küchenpapier abtrocken. Ich habe zwei Geschmacksrichtungen hergestellt. Eine mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Rosmarin. Die andere mit Olivenöl, Salz, Kurkuma, Cayennepfeffer und einem Schuss Essig. Die Süßkartoffelscheiben können gerne auf der wärmsten Einstellung für ca. 8 Stunden gedörrt werden. Beide Sorten waren sehr lecker. Hier könntet Ihr wirklich kreativ sein und zum Beispiel versuchen Eure Lieblingssorte Chips nachzuwürzen!

Und so lässt sich auch eine kurze Tour zwischen Freitag und Sonntag kulinarisch sehr kreativ gestalten und sorgt dafür, dass das Wochenende gar nicht so alltäglich bleibt, wie es manchmal in der Vergangenheit war. Und das wiederum motiviert mich am meisten für die nächste Arbeitswoche und bringt mich auf frische Ideen.

Falls Ihr auch noch gute Tipps habt, was man zum Beispiel mit dem Dörrautomaten zaubern kann oder wie Ihr Euren Alltag auffrischt, lasst es mich gerne wissen.