Whisky at its best – Besuch der Sauerländer Edelbrennerei

Kennt ihr Euch eigentlich gut mit Whisky aus? Vor kurzem fand in unserer Kochmanufaktur ein Kochkurs zum Thema „Whsiky Tasting“ statt, in dem wir so einiges über das „Wasser der Lebens“ gelernt haben. Um noch mehr über den Ursprung von Whisky, die unterschiedliche Whiskysorten und dessen Herstellung zu erfahren, haben wir der Destillerie unseres Vertrauens – der Sauerländer Edelbrennerei – einen Besuch abgestattet.

Dort treffen wir Thomas – Leiter Marketing & Vertrieb – der uns grundlegende Fragen zum Whisky und seiner Herstellung beantwortet und probieren dürfen wir natürlich auch.

Was ist der Ursprung des Whiskys?

Über den Ursprung des Whiskys streiten sich die Schotten und Iren noch heute. Doch egal wer Recht hat: Irish Whiskey und Scotch Whisky haben gemeinsame Wurzeln. Im 5. Jahrhundert überbrachten Mönche erste Ideen und Erfindungen zur Herstellung von verschiedenen Flüssigkeiten (z.B. Parfum oder Arzneien) nach Irland und Schottland. Und genau diese waren es auch, die als Erstes die Möglichkeit besaßen, klare Flüssigkeiten zu destillieren. Darunter auch das so genannte “aqua vitae”, welches als Grundlage zur Herstellung des Whiskys dient. 1494 wurde der Begriff „Aqua vitae“ erstmals offiziell und rechtlich in schottischen Steuerformularen erfasst. Dadurch begann die offizielle Whisky Produktion in Irland und Schottland.

Das ist vielleicht jetzt eine blöde Frage, aber woraus wird eigentlich Whisky gemacht?

– Thomas lacht –

Aus Getreide! Getreide und Wasser gehören seit über 500 Jahren zu den elementaren Zutaten für Whisky.  In Schottland wird hauptsächlich Gerste verwendet, während die Amerikaner für ihren Bourbon Whiskey überwiegend Mais benutzen. Für kanadische Whiskys wird meist Roggen verwendet.

Es gibt so viele verschiedene Whisky Sorten. Wie kann man sich da am besten einen Überblick verschaffen?

Whiskys sind eigentlich nichts anderes als Kornbrände. Die wohl gängigsten Sorten sind der „Bourbon Whisky“ und der „Single Malt Whisky“. Der amerikanische Bourbon muss mind. aus 51 % Mais bestehen, angereichert wird er mit Roggen, Weizen oder weiteren Getreidearten. Diese Whiskys müssen in frischen, unbenutzten Eichenfässern und müssen mindestens 2 Jahre gelagert werden. Der Single Malt besteht zu 100 % aus gemälzter Gerste (aus 100 % reinem Malz destilliert, daher auch der Name Malt), kommt nur aus einer einzigen Destillerie, hat mindestens 40 % Volumen und muss mindestens 3 Jahre in einem oder aber auch in unterschiedlichen Eichen-Fässern gelagert werden.

Schon gewusst? Ein Scotch ist eigentlich nichts anderes als ein Single Malt Whisky aus Schottland. Auch wir hier in Deutschland stellen Single Malt Whiskys her, dürfen ihn aber nicht Scotch nennen, da er namensrechtlich geschützt ist.

Welche Whiskys werden bei Euch hergestellt?

Neben den vielen anderen Spirituosen wie Obstbrände, Geiste und Liköre, stellen wir nur ein Whisky, den Thousand Mountain Single Malt Whisky Mc Raven her. Die Lagerung unseres Mc Raven erfolgt zunächst in toskanischen Rotweinfässern und abschließend in ausgewählten Bourbonfässern, wodurch er seinen unvergleichlichen Geschmack erhält. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Whisky Tasting in der Smoker Lounge

Wie werden Wasser und Getreide zu Whisky?

Grundsätzlich kann die Whisky-Herstellung in folgende Schritte unterteilt werden:

  • Darren: Zunächst wird das Getreide befeuchtet und zum Keimen gebracht. Durch diesen Prozess wird die im Getreidekorn vorhandene Stärke in Zucker umgewandelt. Das gekeimte Getreide nennt man Grünmalz.

 

  • Mälzen: Um die Keimung zu stoppen, wird das Grünmalz erhitzt und getrocknet. Wenn dies über Torffeuern geschieht, erhält der Whisky einen “rauchigen” Geschmack.

 

  • Schroten: Das getrocknete Malz wird zu Schrot gemahlen.

 

  • Maischen: Anschließend wird das geschrotete Getreide zusammen mit Quellwasser im Maischbottich erhitzt. Hier wird vereinfacht gesagt, der Zucker „ausgewaschen“.

 

  • Gären: Die zuckerhaltige Flüssigkeit wird zusammen mit Hefe in einen Gärtank gepumpt. Durch die Hefe wird der Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid vergärt. Da dieser Vorgang der Gärung des Bierbrauens ähnelt, könnte man Whisky auch als gebranntes Bier bezeichnen.

 

  • Destillieren: Das bierartige Gebräu wird klassisch in einem Pot Still-Verfahren destilliert. Nach dem ersten Brenndurchgang in einer kupfernen Brennblase entsteht ein Rohbrand, der „low wine“ genannt wird und rund 20 % Alkoholgehalt aufweist. Beim zweiten Brenndurchgang in einer zweiten kupfernen Brennblase wird nun der Rohbrand zum Feinbrand gebrannt. Der Mittellauf weist nun einen Alkoholgehalt von rund –70-80 Volumenprozent auf.

 

  • Lagern: Danach wird das klare Destillat (New Make, White Dog) in Eichen-Holzfässer abgefüllt, um dort mehrere Jahre zu reifen. Ein Bourbon Whisky muss immer in einem frischen Holzfass aus Eiche und mindestens 2 Jahre reifen, ein Single Malt Whisky hingegen kann auch in unterschiedlichen Holzfässern gelagert werden, indem vorher zum Beispiel Sherry oder Portwein gereift ist. All dies verleiht dem Whisky seinen einzigartigen Geschmack und die typische Farbe.

Ihr bietet auch Führungen und Tastings an. Wer nicht daran teilnehmen kann, trotzdem aber gern mal ein Whisky Tasting zuhause umsetzen möchte – was sind Eure Empfehlungen?

Ein Besuch bei uns ist immer eine Reise wert, und besonders im Rahmen einer geführten Brennereibesichtigung, denn der Besucher erhält hier einen unvergesslichen Eindruck von der Brennerei, spannende Hintergrundinformationen zur Herstellung von Destillaten und lehrreiche Infos z.B. zur Unterscheidung von Brand-Geist-Likör oder Schnaps-Destillat-Spirituose. Anschließend werden natürlich auch diverse Produkte verkostet. Wenn es um das Whisky Tasting geht, gibt es hier einige Dinge, die bei der Verkostung berücksichtigt werden müssen. Das fängt bei der Auswahl des Glases an, geht über Optik, Nosing und Tasting des Whiskys und hört bei der richtigen Wahl von Beilagen auf.

Termine zu Besichtigungen und Tastings findet ihr hier

Ihr wollt wissen, wie ihr ein Whisky Tasting zuhause ausrichten könnt und was ihr dabei alles berücksichtigen müsst? Das könnt ihr hier nachlesen: https://friendsforfriends.severin.de/whisky-tasting-inkl-gewinnspiel/